Erster Blog

Was war in den letzten Wochen los?


Der erste Blogbeitrag.

Wo fängt man da am besten an?


Vielleicht nicht ganz am Anfang, sondern mittendrin – mit den letzten zwei Wochen. Denn die waren besonders.


Ich hatte Besuch! Mama, Papa und Lina sind aus Deutschland gekommen, um mit mir gemeinsam Kirgistan zu erkunden – mit dem Auto und Dachzelt, nicht mit dem Fahrrad. Eine ziemliche Umstellung: vom Einradantrieb zum Allrad, vom Alleinreisen zum Familienurlaub. Aber anders ist nicht gleich schlechter – nur eben anders. Und in diesem Fall: einfach perfekt.


Unser Start- und Endpunkt war Bischkek, aber eigentlich ist Kirgistan kein Land der Städte – es ist ein Land der Natur. Und genau die haben wir gesucht. Am ersten Tag fuhren wir durch eine traumhafte Schlucht, fanden abends einen Schlafplatz mit Blick über das Tal – und schauten gemeinsam Fußball, fast wie früher zu Hause. Der zweite Tag war verregnet, aber selbst die Fahrt durchs Nasse hatte ihren Reiz. Am dritten Tag ging es dann auf eine lange, holprige Offroad-Strecke hoch hinauf in die Berge. Wir übernachteten in einer Jurte, am nächsten Tag folgte ein Reitausflug zu einem abgelegenen Bergsee – traumhaft schön, nur noch wenige Kilometer bis zur chinesischen Grenze.


Es folgten weitere Abenteuer: Rückfahrt über neue Offroad-Strecken, eine Wanderung zum Wasserfall, Übernachtung am Fluss. Wir schlängelten uns über Serpentinen und umrundeten fast den gesamten großen Bergsee – auf Wegen, die oft eher aus Wiese als aus Straße bestanden. Und dann schloss sich der Kreis: Wir kamen auf eine Strecke zurück, die ich eine Woche zuvor schon mit dem Rad gefahren war. Damals dauerte der Anstieg Stunden, mit dem Auto waren es nur ein paar Minuten. Sogar den gleichen Schlafplatz wählten wir wieder. Schließlich ging es zurück nach Bischkek – ein letztes gemeinsames Abendessen im deutschen Biergarten, dann der Abschied am nächsten Morgen.



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Zurück auf dem Rad


Während der Familienzeit hatte ich mein Fahrrad in einer Werkstatt abgegeben, inklusive ein paar Ersatzteile – fast wie neu ging’s dann wieder los. Die ersten zweieinhalb Tage kannte ich schon – die Strecke waren wir ja gerade erst mit dem Auto gefahren. Und genau das war gut.


Nach einem Abschied tat es richtig gut, wieder auf dem Rad zu sitzen. Gekannte Wege, keine Überraschungen – einfach treten, atmen, denken. Ich konnte meine Gedanken sortieren, wieder bei mir ankommen.


Ein bisschen komisch war es trotzdem, plötzlich wieder alleine unterwegs zu sein. Aber dann kam dieser Moment: Mein Kilometerzähler sprang auf 20.035 Kilometer – eine halbe Erdumrundung.


Und plötzlich war der Kopf voll.


Nicht nur Rückblicke auf die letzten Monate, sondern auch erste Gedanken ans Ende der Reise. Keine konkreten Pläne, kein baldiges Aufhören – aber die Frage: Wie wird sich das Ende anfühlen? Wann merke ich, dass es reicht? Wo könnte ein gutes Ziel sein?


Tokio, dachte ich kurz – vom Namen her klang das gut. Aber eigentlich passt es zeitlich nicht ideal, und was, wenn ich dort noch nicht das Gefühl habe, angekommen zu sein? Ich merkte: Das ist alles noch zu weit weg. Ich plane ungern zu lange im Voraus. Also: Die Reise geht so lange, wie ich Lust habe. Nur weil ein Ziel sich gut anhört, werde ich nicht aufhören. Neue Gedanken – vielleicht auch ein Nachklang des Abschieds.



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Zurück im Reisemodus?


Nach ein paar Tagen ging es weiter Richtung großer Bergsee. Die Strecke war schön – fast wie am Meer, mit Stränden, an denen vor allem deutsche Camper standen. Klassische Touristen sah ich kaum. Schon verrückt, wie viele ausgerechnet hier unterwegs waren.


Ehrlich gesagt: Andere Gegenden in Kirgistan haben mir besser gefallen. Aber ein bisschen Schwimmen tut trotzdem gut. Ich bekam eine Empfehlung für ein Gasthaus, wo ich günstig im Garten zelten durfte. Dort konnte ich entspannen, an dieser Blogseite arbeiten und ein paar nette Camper aus den Nachbarzelten kennenlernen. Wahrscheinlich werde ich in nächster Zeit kaum noch so vielen Reisenden begegnen.



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Und heute?


Heute ging es weiter Richtung Grenze. Am Morgen hatte ich noch überlegt, einen 100-Kilometer-Umweg zu fahren – eine Offroad-Strecke mit einem Pass auf über 4.000 Metern. Aber gegen Mittag musste ich mich für die direkte Route entscheiden: Das Wetter wurde schlechter, und ich wollte nicht im Gewitter auf dem Pass stehen.


Erst war ich etwas enttäuscht – sollte Kirgistan, eines der schönsten Länder bisher, so schnell und eher unspektakulär enden? Doch dann änderte sich die Landschaft. Der Regen ließ nach, die Strecke wurde spannender – teils sogar unfreiwillig Offroad. Und plötzlich gefiel mir alles wieder. Gar nicht so schlimm also.



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Und wie geht’s mir?


Gut – aber auch ein bisschen anders. Die letzten Wochen waren emotional ziemlich voll: Abschied, viele Rückblicke, Gedanken ans Ende und auch an die spannende Zukunft. So viele unterschiedliche Gedanken auf einmal habe ich selten – und manche waren ganz neu.


Auch das Radreise-Gefühl kam erst langsam zurück. Die letzte Woche fühlte sich gar nicht nach Fahrradreise an – eher wie ein Dazwischen. Aber heute, obwohl es nicht viele Kilometer waren, war es plötzlich wieder da. Und das war schön