Nach einer kurzen Strecke erreichte ich Montenegro. Dort folgte ich der Schlucht und dem Fluss bzw. Stausee Piva – wirklich wunderschön, mit vielen Tunneln. Zum Glück waren die meisten kurz und kaum befahren, auch wenn sie ohne Licht etwas unheimlich wirkten. Danach machte ich noch einen kleinen Umweg zum Supermarkt, denn sonst wäre heute wohl keiner mehr offen gewesen.
Dann ging es aus der Schlucht hinaus – mit einigen Stunden quälendem Anstieg. Trotzdem macht es Spaß, und man wird natürlich belohnt. Die Landschaft war ganz anders, aber genauso schön und beeindruckend. Ich suchte mir einen atemberaubenden Schlafplatz, den ich mir wirklich verdient hatte.
Um 21 Uhr schlief ich ein – wurde aber nach 50 Minuten durch Geräusche am Zelt wieder wach. Ein Tier wollte wohl ins Trockene. Der nächtliche „Angriff“ hinterließ zwei kleine Schäden am Zelt und drei verlorene Schuhe. Zwei davon fand ich noch in der Nacht, den dritten am nächsten Morgen nach längerer Suche. Zum Glück ist das noch gut ausgegangen, und ich konnte danach wieder schlafen.
P.S.: Ich glaube nicht, dass es der Hund war – der war nämlich ganz lieb.
Am nächsten Tag ging es weiter entlang des Panoramawegs – erst hoch, dann wieder runter, teilweise sogar über den Wolken. Mit so einer Aussicht vergisst man die Nacht davor schnell. Gegen Mittag führte der Weg wieder durch eine Schlucht, diesmal allerdings mit viel Regen.
Nach 25 Kilometern kam ich zu einer Baustelle mit Vollsperrung. Ein Einheimischer sprach mich an und erklärte mir irgendwie, dass die Straße in etwa 1,5 Stunden wieder freigegeben wird. Kurz darauf saß ich bei ihm im trockenen Auto – und hielt einen selbstgebrannten Schnaps in der Hand. Wir unterhielten uns sogar ein wenig, obwohl wir keine gemeinsame Sprache hatten. Er sprach weder Deutsch noch Englisch, ich weder Montenegrinisch noch Serbisch – aber irgendwie klappt es immer. Das zeigt: Man muss sich nicht verstehen, um sich zu verstehen.
Nach nur 45 Minuten ging es dann doch weiter. Die Straße war wegen eines Erdrutsches gesperrt und wurde nur freigegeben, wenn auch der Betonmischer durch musste.
Am Abend kam ich auf einem kleinen Campingplatz an. Der Gastgeber Sascha begrüßte mich direkt mit einem Bier, und ein paar Minuten später saßen wir schon am Lagerfeuer – nur für mich. Diesmal war die Kommunikation einfacher: Sascha spricht ein wenig Englisch und Deutsch, da er eine Zeit lang in Deutschland gearbeitet hat. Ein super netter Gastgeber – und das Bier ist im Preis inklusive.
Heute habe ich die Gastfreundschaft Montenegros gleich zweimal erlebt – und auch den Alkohol. 😂
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