Tag 233 bis 243 und 250 bis 253

Steppe und wüste in KAsachstan und USbekisatan

Nach der Grenze wurde es schnell leer. In Westkasachstan begann die Weite – erst Steppe, dann zunehmend trockener. Die Straße zog sich schnurgerade durch die Landschaft, kaum Verkehr, kaum Orte. Die wenigen Menschen, die ich traf, winkten oder hielten kurz an. Manche fragten, woher ich komme, andere schauten einfach nur neugierig.


Einmal stand ein Kamel am Straßenrand. Ganz ruhig, als gehöre es einfach dorthin. Ich blieb kurz stehen, wir schauten uns an, dann fuhr ich weiter.


Der Wind war mal Rückenwind, mal Seitenwind, mal gar keiner. Ich fuhr einfach, Kilometer um Kilometer. Manchmal stundenlang ohne Begegnung.


In Usbekistan ging es genauso weiter. Staubige Dörfer, weite Blicke, trockene Hitze – und plötzlich Schildkröten, die gemütlich über die Straße krabbelten. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ausgerechnet dort welche sehe.


Die Straße war nicht immer gut, aber fahrbar. Noch war es nicht zu heiß – im Nachhinein hatte ich wohl Glück, denn kurz danach stiegen die Temperaturen auf über 40 Grad.


So war die Wüste anstrengend, aber machbar. Und trotzdem beeindruckend. Die Tage hatten etwas Eigenes – wenig Ablenkung, viel Rhythmus. Ich fuhr, dachte nach, schaute, wiederholte. Und dann zwischendrin immer wieder Begegnungen: Ein kurzes Gespräch, ein Lächeln, jemand, der mir Wasser auffüllte.


Irgendwann wurde es grüner. Erst einzelne Felder, dann mehr Leben. Und plötzlich: Buchara. Die Stadt wirkte fast unwirklich nach so viel Leere davor. Ich hatte die Wüste hinter mir gelassen.


Was mich überrascht hat: Ich mochte diese Zeit sehr. Obwohl kaum etwas passierte, war genau das das Besondere. Ich konnte mir vorher nicht vorstellen, dass mir so eine Strecke gefallen würde – aber sie tat es.