Tag 49

Ein paar harte Tage in Italien

Leider sind auch die schlechten Tage besondere Tage.

Nach einem kurzen Stopp in Brindisi und einem Snack bei McDonald’s merkte ich beim Weiterfahren plötzlich, dass etwas nicht stimmte. Eigentlich hatte ich nur eine kurze Pause geplant, aber mir wurde schlagartig übel. Also baute ich mein Zelt auf – eine gute Entscheidung, denn schon beim Aufbau musste ich mich zum ersten Mal übergeben. Die Nacht war dann kaum zum Schlafen da: Ich lag wach, übergab mich immer wieder, bis schließlich auch noch Durchfall dazu kam. Keine schöne Nacht. 🤮


Krank sein ist schon schlimm genug – aber krank auf dem Fahrrad zu sein, ist einfach mies. Nach kaum Schlaf ging es am nächsten Morgen trotzdem weiter. Ich suchte mir schnell eine Unterkunft und fand einen Campingplatz, etwa 30 Kilometer entfernt. Die ersten Kilometer gingen noch irgendwie, aber danach fuhr ich nur noch im Tunnel: Blick aufs Navi, im Kopf der Gedanke, alle fünf Kilometer eine Pause zu machen – am Ende wurde daraus alle drei. Jede Pause wurde länger, jede Steigung härter. Ich fühlte mich leer und dehydriert, und trotzdem musste ich weiter.


Gegen Mittag kam ich endlich an – ein riesiger Campingplatz, den ich komplett für mich allein hatte. Und diesmal blieb ich auch zwei Nächte. Um 16:30 Uhr lag ich im Bett und war für den Tag erledigt.


Am nächsten Morgen ging es mir schon etwas besser. Ich ging zu Fuß zum Supermarkt und holte mir Zwieback und Reis – das Übliche eben. Den restlichen Tag verbrachte ich damit, mich zu erholen, zu essen, Wasser zu trinken und mich schließlich sogar zu rasieren. Es war nur eine Kleinigkeit, aber sie wirkte: Ich fühlte mich wie ein neuer Mensch.


Am Tag darauf wollte ich wieder los – aber schon nach den ersten Kilometern merkte ich, dass die Kraft noch nicht wirklich zurück war. Also fuhr ich nur ein Stück und suchte mir dann einen ruhigen Platz zum Wildcampen. Ich merkte: Es braucht einfach noch einen Tag.


Am nächsten Tag ging es dann weiter zum nächsten Campingplatz. Und wo könnte man besser einen weiteren Pausentag verbringen als direkt am Strand?