Was ist in den letzten 3 Wochen passiert? Die ersten Tage waren noch recht trist, wenig grün, wenig Pflanzen. Und das Wetter war schon recht verrückt: manchmal Regen mit viel Wind, manchmal Gegenwind, manchmal Rückenwind – das beeinflusste die Geschwindigkeit beim Fahren schon stark. An einem Tag zelteten wir wegen des Windes neben einem einheimischen Haus, mit wirklich coolen Kids. Während wir unsere Dehnübungen machten, machten sie mit, und dann machten wir noch einen Handstand und eine Rückwärtsrolle – auch das versuchten die Kids nachzumachen. Wirklich ein schöner Abschluss eines Tages mit strahlenden Kindern.
Dann kam langsam das Grün zum Vorschein, manchmal noch selten, auch ein paar Bäume. Gerade neben dem Fluss wurde es grüner, und die Bäume wurden mehr. Ein paar Pässe gab es auch, und auf den hohen Höhen wurde es nachts wirklich kalt. Egal wo wir waren – Tiere waren immer zu sehen: Kühe, Ziegen, Schafe, Yaks, Pferde, Geier und Bussarde.
Einen Tag nach einem Pass war das Tempo zwischen Alex und mir schon deutlich unterschiedlich. Alex wollte einen Pausentag einlegen, ich wollte keinen Pausentag in einem winzigen Dorf machen. Also trennten sich unsere Wege – was in 2–3 Tagen ohnehin passiert wäre, da wir ab dort unterschiedliche Routen nehmen wollten. Also ging es alleine weiter. Nach mehr als 3 Wochen zusammen war es auch irgendwie cool, wieder alleine unterwegs zu sein.
Zwei Tage später erreichte ich Tsetserleg. Dort wollte ich ins Hostel, aber es war voll. Ich traf ein Pärchen aus Deutschland/Frankreich, und wir nahmen zusammen ein anderes Hotelzimmer zu dritt – also nur eine Nacht alleine. Danach ging es alleine ins Orkhon Valley. Zuvor musste ich mich noch um meine Aufenthaltsverlängerung kümmern, aber das schaffte ich in knapp einer Stunde.
Ab ins Valley, weg von der Hauptstraße, auf die Offroad-Strecke. Es wurde direkt traumhaft schön: erst über eine Brücke über den Fluss, dann ein paar Wiesenstraßen über kleine Erhöhungen. Steile Steigungen auf Offroad-Strecken sind nochmal anders, machen aber auch Spaß. Am Abend kam ich an den heißen Quellen an, wollte aber lieber am nächsten Tag hingehen, da man Eintritt zahlen muss, und stellte mein Zelt eine Flusskurve weiter auf. Dort besuchte mich direkt eine Herde Kühe; ein paar Sachen suchten sie aus meinen Taschen heraus, am Ende gaben sie aber alles wieder zurück. Am nächsten Morgen kamen dann die Pferde – ein tierreiches Schlafplatz. :)
Die heißen Quellen waren ein Reinfall: teurer Eintritt, und kurz nach dem ersten Bad wurde das Wasser aus dem Hauptbecken zum Putzen abgelassen. Also lieber wieder aufs Rad. Dann folgte die erste Flussdurchquerung, ein bisschen wie ein Spiel: den besten Weg suchen. Hier noch recht entspannt. Ich blieb auf einer Flussseite, viele Gers (mongolischer Name für Jurte) und jede Menge Yaks und andere Tiere. Hier entwickelte sich meine Liebe zu den Yaks noch stärker – einfach traumhafte Tiere. Ich fand noch eine Brücke und zeltete auf der anderen Flussseite unter Bäumen.
Der nächste Tag war hart: Beginn entspannt am Fluss entlang, dann Steigungen auf Schotter – Steigungen von +13 Prozent sind schon wirklich hart. Aber Steigung macht auch Spaß. Oben angekommen begann es zu regnen, ich suchte unter Bäumen Schutz, schon mit dem Gedanken, dass die nächsten Flussüberquerungen jetzt härter werden würden. Doch das Wetter wurde schnell besser, es ging bergab zurück zum Fluss. Am Nachmittag folgten dann die Flussüberquerungen – knapp 10–20 an der Zahl – das Spiel begann erneut: den besten Weg suchen, immer wieder durch den Fluss, um alle Sachen auf die andere Seite zu bekommen. In den letzten Stunden kam ich nur sehr langsam voran. Am Morgen dieses Tages folgte noch ein steiler Pass – Feierabend.
Der nächste Morgen begann genauso anstrengend: Für die ersten 10 km brauchte ich knapp 3,5 Stunden – sagt wohl alles. Weniger Flussüberquerungen, aber härter. Dabei verlor ich beide meiner Badeschlappen im Fluss, die Strömung war zu stark. Dann wurde das Valley breiter, ich blieb auf einer Flussseite. Die Flussüberquerungen geschafft, ich kam an einen schönen Wasserfall und hatte Glück, gerade Unterschlupf vor starkem Hagel zu finden. Dann musste ich zum Dorf, um etwas zu essen. Es wurde knapp; leider kam ich zunächst in einem falschen Dorf an, verfuhr mich etwas, kam aber dennoch an. Dort zum Supermarkt und dann zurück ins Valley.
Dort wurde ich von Einheimischen zum Kaffee, später zum Dinner, dann zum Zelten neben einem Ger und am Morgen zum Frühstück eingeladen. Ein schöner Abend mit Einheimischen und zwei chinesischen Freunden von ihnen. Danach kam ich endlich ins richtige Dorf Charchorin. Dort besuchte ich den ersten buddhistischen Tempel und Museen zur Geschichte der Mongolei – wirklich interessant. Charchorin war die Hauptstadt des größten Reichs aller Zeiten: des Mongolischen Reichs.
Danach ging es Richtung Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei. In den 3 Tagen passierte nur wenig: Wind, ideal zum Zelten, und ein Treffen mit jemandem aus der Prinzenfamilie aus Dubai. Mehr eigentlich nicht. Einige interessante Podcasts über die mongolische Geschichte folgen, das Museum hat meine Neugier geweckt.
In Ulaanbaatar traf ich Hauke im Hostel, wir planten, zusammen weiterzufahren. Die Tage in Ulaanbaatar waren planlos: ich ließ mich durch die Stadt treiben, besuchte Museen oder Malls, und die Zeit verging schnell. Abends und früh morgens schrieb ich die vergangenen Komoot-Beiträge nach (3 Wochen), ich war etwas hinterher. Morgen geht es weiter mit Hauke. Wir entschieden uns gegen die Gobi und für die Grenze ganz im Osten. Mal schauen, wie wir als Reisepartner funktionieren.
Komoot Beitrage der letzten Tagen/Wochen hier.















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