Kasachstan Rückblick

Nach so einer schönen Zeit in Kirgistan ging es zurück nach Kasachstan. Mein erster Aufenthalt war schon etwa vier Monate her und rund 3.000 km weiter westlich – also konnte es hier ganz anders werden. Eigentlich hatte ich kaum Erwartungen, Kasachstan war wieder eher eine Durchreise. Irgendwie schade, dass es für mich bisher immer so ein „Durchreise-Gefühl“ hatte.


Um dem ein bisschen entgegenzuwirken, machte ich einen kleinen Umweg zu den Grand Canyons. Dank Rückenwind erreichte ich sie fast direkt am ersten Tag – mit 40 km/h auf der Ebene, ohne Abfahrt, ein verrücktes Gefühl. Auf der Abfahrt dann noch schneller: ich erreichte meinen Geschwindigkeitsrekord. Die Straße war gut, kaum Verkehr – da macht Radfahren richtig Spaß. Es fühlte sich fast an wie Fliegen. Am Schlafplatz konnte ich noch Greifvögel beobachten.


Der Canyon selbst überraschte mich sehr. Ich hatte gar nicht so viel erwartet, auch wenn er von anderen deutschen Reisenden empfohlen wurde. Die Farben, die Felsen, die Landschaft – einfach beeindruckend. Ich wanderte zuerst den oberen Weg, dann noch den unteren, direkt durch den Canyon. Wirklich beeindruckend. Kein Wunder, dass der Nationalpark gut besucht ist. Die meisten Besucher waren Einheimische, aber auch eine Gruppe Australier. Sie dachten sogar, ich käme aus Australien – mein längeres Haar und Surfer-Look scheinen da verwirrt zu haben.


Ein größerer Unterschied zwischen Kirgistan und Kasachstan fällt direkt auf: der Umgang mit Ausländern. In Kirgistan ist alles entspannt, die Menschen nett, Touristen einfach normal. In Kasachstan hingegen sind viele überrascht und neugierig. Man fragt, macht Fotos, interessiert sich dafür, was man macht oder sagt.


In den folgenden zwei Tagen ging es dann direkt weiter Richtung Grenze. Das nächste Land braucht ein bisschen Vorbereitung: VPN, neue Apps – Dinge, die in Asien oft nötig sind. Ein bisschen Spannung darf also noch bleiben. :)


Damit endet meine Etappe in Zentralasien und durch die Länder der ehemaligen Sowjetunion. Die 3,5 Monate, die ich dort verbracht habe, merkt man am Ende doch. Gerade am letzten Tag im Supermarkt: Ich unterhielt mich bestimmt 15–20 Minuten mit einem Mann, ich auf Englisch, er auf Russisch, dazu viel Zeichensprache. Es klappt also auch ohne gemeinsame Muttersprache. Nach 3,5 Monaten kann ich Grundfragen auf Russisch ganz gut, das erleichtert den Alltag enorm.


Nach drei Nächten in Kasachstan war es dann auch wieder vorbei – kurz, aber schön. Nach dem Canyon war mein Kopf eigentlich schon im nächsten Land: China. Und so ging es weiter nach Ostasien.